Rauhnächte
- Sonja Mulde

- 4. Dez. 2024
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Dez. 2025
Eine magische Zeit für die Verbindung zu uns selbst und zu unseren Tieren
Die Rauhnächte sind eine ganz besondere Zeit am Ende des Jahres, die von vielen als eine magische Übergangsphase wahrgenommen wird. Die Rauhnächte existieren, weil das solare Jahr (Sonnenjahr) und das lunare Jahr (Mondjahr) nicht genau übereinstimmen. Ein Sonnenjahr dauert etwa 365 Tage, während 12 Mondmonate zusammen nur etwa 354 Tage ergeben. Dadurch entsteht eine Differenz von rund 11 Tagen (und somit 12 Nächten), die im alten Brauchtum als die „stillen Tage“ oder "die Rauhnächte" zwischen dem alten und neuen Jahr gezählt wurden.
Sie beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember (Heiligabend) und enden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar (Heilige Drei Könige). Es gibt beim Datum aber sehr viele Abweichungen, weshalb ich empfehle, dem eigenen Gefühl dabei zu folgen, was sich persönlich stimmig anfühlt. Diese Zeit ist für viele Menschen eine Gelegenheit, innezuhalten, Altes loszulassen und neue Wünsche und Visionen für das kommende Jahr zu formulieren. Doch warum sind die Rauhnächte so besonders und welche Bedeutung haben sie?
Ursprung und Bedeutung der Rauhnächte
Vorneweg, es gibt viele verschiedene Erzählungen und Ansichten über die Rauhnächte!
Hier sind meine ;)
Der Begriff „Rauhnächte“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet in etwa „raue Nächte“. Diese Nächte wurden so benannt, weil sie in der Winterzeit liegen, der dunkelsten und kältesten Phase des Jahres, in der das Licht langsam zurückkehrt. Ursprünglich fanden sich die Rauhnächte in der Tradition von heidnischen Bräuchen. Diese Zeit wurde genutzt, um Altes zu beenden, das Jahr zu reflektieren und sich auf das neue Jahr auszurichten. Gleichzeitig wird sie mit Sonnen- und Mondrhythmen verbunden, die Wintersonnenwende markiert den Wendepunkt des Lichts und die Mondphasen unterstützen die Rituale zum Loslassen und Neu-Ausrichten.
Rauhnächte oder Raunächte?
Rauhnächte mit „h“leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „ruoch“ ab, was „Rauch“ bedeutet. Dies bezieht sich auf den Brauch, in den Rauhnächten Räucherwerk zu verwenden oder Feuer zu entzünden. Der Rauch, der in diesen Nächten entsteht, hat eine symbolische Bedeutung der Reinigung, des Loslassens und des Übergangs. Rauhnächte mit „h“ betont also diese Verbindung zum Rauch und zur Transformation, die mit der Zeit verbunden ist. Der Rauch wird als Medium verstanden, das die Wünsche und Gedanken in die feinstoffliche Ebene überträgt und so eine transformative Wirkung entfaltet. Die Schreibweise mit „h“ hebt somit die Verbindung zum Rauch und der damit verbundenen Energie der Transformation hervor, die während dieser magischen Zeit besonders stark wirkt.
Die Schreibweise ohne „h“, also Raunächte, ist ebenfalls gelegentlich zu finden, aber sie ist weniger gebräuchlich und in der Tradition nach meinem Gefühl nicht passend oder korrekt. Diese Schreibweise lässt die Verbindung zum Rauch aus und könnte verwirrend sein, da "der Rauch" eine zentrale Rolle in den Ritualen dieser Nächte spielt. In meiner Welt ist die richtige Schreibweise Rauhnächte mit „h“, da sie die spirituelle Bedeutung und den Brauch des Räucherns sowie die mystische Atmosphäre dieser Nächte reflektiert. Fühle dich bitte stets eingeladen es anders zu sehen oder zu verstehen.
(Tipps zum Räuchern ganz unten).
Die Verbindung zu Tieren und der Tierkommunikation in dieser Zeit
Früher glaubte man, dass während der Rauhnächte die Geister der Vorfahren, andere Geister, Götter sowie die Tiere, mit denen wir eng verbunden sind, besonders präsent waren. Tiere sind oft unsere treuen Begleiter und Lehrer, und in dieser besonderen Zeit sind ihre Botschaften und ihre Energie besonders intensiv gewesen. Während der Rauhnächte können wir uns auch heute noch bewusst(er) mit unseren Tieren in Verbindung setzen, ihre Bedürfnisse und Wünsche spüren und die tiefere Verbindung zu ihnen erfassen, weil die Schleier so dünn sind. Die Rauhnächte gelten eben auch als eine Zeit, in der die Verbindung zwischen Mensch und Tier besonders fein und klar wird. Wenn wir wirklich mal ruhiger werden, nach innen lauschen und unseren Verstand etwas zurücknehmen, fällt es leichter, die feinen Signale, Gefühle und Bilder unserer Tiere wahrzunehmen, so wird Tierkommunikation in dieser Zeit oft als besonders leicht und intensiv erlebt.
Aus meiner Sicht können wir zu jeder Zeit gut mit Tieren kommunizieren. Meistens setzen wir uns jedoch viel zu selten zwölf Tage am Stück hin und üben die Tierkommunikation Tag für Tag. So wie wir die zwölf Tage und Nächte der Rauhnächte bewusst zelebrieren, machen wir es für die Tierkommunikation aber meistens nicht. Vielleicht ist das ja aber mal eine wunderbare Idee ;)
Die Bedeutung der einzelnen Rauhnächte
Jede der zwölf Rauhnächte hat eine besondere Bedeutung und steht symbolisch für einen Monat im kommenden Jahr. Hier ist eine kurze Übersicht, eine von vielen Möglichkeiten!
24. Dezember (Heiligabend) Der Beginn des Zyklus, eine Zeit der Einkehr und des Loslassens von Altem.
25. Dezember (Weihnachtstag) Eine Nacht der Geborgenheit und des Neuanfangs. Es ist die Nacht der inneren Ruhe und des Friedens.
26. Dezember Eine Nacht des Innehaltens und der Verbindung mit der Weisheit der Ahnen.
27. Dezember Ein Tag für persönliche Reinigung und Befreiung von Blockaden.
28. Dezember Eine Nacht für spirituelle Klarheit und die Visionen für das kommende Jahr.
29. Dezember Eine Nacht der Transformation und inneren Heilung.
30. Dezember Die Nacht für tiefe Reflexion und das Festigen von Zielen.
31. Dezember (Silvester) Eine Nacht des Abschlusses, des Dankes für das vergangene Jahr und der Freude auf das Neue.
1. Januar Ein Tag der Neubeginn und der Erneuerung.
2. Januar Eine Zeit für das Loslassen von allem, was uns noch im alten Jahr bindet.
3. Januar Eine Nacht, in der die Verbindung zur eigenen Intuition und zu den Tieren besonders stark ist.
4. Januar Ein Tag der Einkehr und der inneren Ruhe.
5. Januar Der Tag der Visionen und der Vorbereitung auf das kommende Jahr.
6. Januar (Heilige Drei Könige) Der Abschluss der Rauhnächte und der Übergang in das neue Jahr.
Jeder einzelne Nacht hat also eine bestimmte Bedeutung. Wir können diese in das gleich folgende 13 Wünsche Ritual mit einfließen lassen, indem wir uns die jeweilige Bedeutung anschauen und unseren Wunsch oder unsere Absicht für diesen Tag danach formulieren.
Wir können es aber auch ganz unkompliziert halten und einfach 13 Wünsche aufschreiben, ohne die Bedeutung der Nächte zu berücksichtigen. Dabei folgen wir am Besten immer unserem Gefühl, was sich für uns richtig anfühlt.
Das Ritual der 13 Wünsche
Die Rauhnächte bieten uns eine wertvolle Gelegenheit für Selbstreflexion und Neubeginn. Sie laden uns ein, innezuhalten, Altes loszulassen und mit klarer Vision und neuer Energie in das kommende Jahr zu starten. Durch das Ritual können wir uns mit unserer inneren Weisheit verbinden, unsere Intuition stärken und die Verbindung zu unseren Tieren vertiefen. Die Wintersonnenwende (um den / am 21. Dezember) ist ein besonders schöner Zeitpunkt, um unsere 13 Wünsche aufzuschreiben. Wir können aber auch jeden anderen Tag vor dem 24. Dezember wählen, an dem wir gut Zeit haben und uns in einer guten Energie befinden. Wichtig ist, dass wir in uns hineinspüren und den Moment wählen, der sich für uns richtig anfühlt.
Und so funktioniert das 13 Wünsche Ritual. Wir schreiben13 Wünsche oder Absichten für das kommende Jahr auf, jeweils einen pro Zettel. Auch Themen, die wir in unser Leben einladen möchten, können formuliert werden. Dabei achten wir darauf, unsere Wünsche positiv zu formulieren. Statt zu schreiben, dass wir etwas nicht mehr möchten, richten wir den Fokus auf das, was wir stärken wollen. Positive Formulierungen lenken unsere Aufmerksamkeit auf unsere Ausrichtung und unterstützen den inneren Wandel. (Wem es schwerfällt, 13 Wünsche zu finden/zu formulieren, ganz unten habe ich ein paar Formulierungshilfen zusammen gestellt).
Alle 13 Zettel werden gefaltet und in ein Glas oder einen Behälter gelegt. Sie können gemischt werden, sodass wir nicht wissen, welchen Wunsch wir an welchem Tag ziehen. Am 25. Dezember ziehen wir den ersten Zettel, ohne ihn zu lesen. Dafür schenken wir uns zuvor einen ruhigen Moment. Wir zünden vielleicht eine Kerze an oder kommen kurz mit der bewussten Atmung zur Ruhe. Dann legen wir den Zettel in eine feuerfeste Schale und verbrennen ihn achtsam. (Dabei immer auf einen sicheren Umgang mit Feuer achten). Wir stellen uns vor, wie das Feuer alles transformiert und bedanken uns innerlich für die Klarheit und die Veränderung, die nun entstehen darf. So geht es Abend für Abend weiter, bis nur noch ein Zettel übrig bleibt. Diesen verbrennen wir nicht. Der letzte Zettel ist der Impuls für das neue Jahr. Am 6. Januar bleibt also genau ein Zettel übrig, unser 13. Wunsch. Den Zettel öffnen und lesen wir. Er enthält unseren persönlichen Impuls für das neue Jahr, eine Vision oder Ausrichtung, die uns begleitet, stärkt und durch das Jahr führt. Es ist der Wunsch, um den wir uns aktiv und selbst im neuen Jahr kümmern dürfen. Wir tragen quasi die Verantwortung dafür, dass dieser Wunsch Wirklichkeit wird, und setzen ihn mit unserer Aufmerksamkeit und Energie um. Ganz gleich, was auf diesem Zettel steht, mögen wir uns mit dem besten Gefühl darauf ausrichten und die Segel in Richtung dieses Ziels hissen.
Von Herzen
Sonja
Hier sind einige Beispiele für positive Formulierungen, die du auf die Zettel für das 13 Wünsche Ritual schreiben kannst:
Für persönliche Entwicklung
Ich öffne mich für neues Wachstum und erkenne mein inneres Potenzial
Ich erlaube mir, in meinem eigenen Tempo zu wachsen
Ich vertraue darauf, dass ich die richtigen Entscheidungen treffe
Für Beziehungen
Ich bin bereit, liebevolle und unterstützende Beziehungen zu pflegen
Ich öffne mein Herz für tiefere Verbindungen mit anderen
Ich empfange Liebe und gebe sie mit einem offenen Herzen weiter
Für Gesundheit und Wohlbefinden
Ich achte auf meinen Körper und gebe ihm, was er braucht, um zu heilen
Ich schenke mir selbst Ruhe und Balance
Ich fühle mich stark, gesund und voller Energie
Ich nehme mir die Zeit, auf meine Bedürfnisse zu hören
Für berufliche Ziele
Ich bin bereit für neue berufliche Chancen und Herausforderungen
Ich vertraue darauf, dass die richtigen Möglichkeiten meinen Weg kreuzen
Ich arbeite mit Leidenschaft und Freude an meinen Zielen
Ich finde Erfüllung in meiner Arbeit und schaffe einen positiven Einfluss
Für das Loslassen und Vergebung
Ich lasse alle Ängste, die mich belasten, los und öffne mich für Frieden
Ich vergebe mir selbst und anderen, um frei und heilsam in die Zukunft zu gehen
Ich lasse alles hinter mir, was mich zurückhält, und schaffe Raum für das Neue
Für das Anziehen von positiven Energien
Ich ziehe nur positive, inspirierende Menschen in mein Leben
Ich erlaube mir, das Gute zu empfangen und zu genießen
Ich öffne mich für den Fluss des Wohlstands und der Fülle in allen Bereichen meines Lebens
Für Tiere und Natur
Ich nehme die Weisheit meiner Tiere in mein Leben und höre auf ihre Botschaften
Ich bin dankbar für die bedingungslose Liebe, die meine Tiere mir schenken
Ich respektiere und schütze die Tiere und die Natur, die mich umgeben
Diese positiven Formulierungen sind darauf ausgerichtet, Klarheit, Stärke und Liebe in unserem Leben zu fördern. Sie helfen dabei, die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was wir erreichen möchten und stärken unsere Absichten.
Tipps zum Räuchern
Die Rauhnächte sind eine besondere Zeit der Reinigung und Transformation. Eine Räucherzeremonie kann uns helfen, diese Energien bewusst zu nutzen und Altes loszulassen. Du kannst zum Beispiel Räuchersticks, Räucherstäbchen, Kegel oder ein Räucherstövchen nutzen und "nur" am ersten Abend räuchern oder jeden Abend, ganz so, wie es sich für dich stimmig anfühlt, abseits von Trends und Empfehlungen, was "sein muss". Achte dabei aber bitte stets auf andere Menschen und Tiere im Haushalt und wähle Zeiten, in denen sich alle wohlfühlen oder auch ausweichen können. So bleibt das Ritual angenehm und entspannt für alle Beteiligten.
Für das Räuchern kannst du auf verschiedene Pflanzen zurückgreifen. Weißer Salbei oder Beifuß reinigen den Raum, vertreiben alte, schwere Energien und öffnen Platz für Neues. Wacholder zum Beispiel wirkt klärend und schützend und schafft eine harmonische Atmosphäre. Myrrhe und Weihrauch öffnen die Verbindung zu höheren Ebenen und unterstützen die innere Weisheit. Zedernholz erdet und stabilisiert, während Lavendel und Rosenblätter sanft beruhigen, Emotionen klären und den Raum für Liebe und Heilung öffnen können.
Vielleicht möchtest du die Räucherungen nach der Bedeutung der einzelnen Rauhnächte ausrichten, oder du gehst einfach intuitiv vor und wählst das, was sich für dich richtig anfühlt. Spüre, welche Pflanzen und welche Häufigkeit für dich und alle Anwesenden angenehm ist.
Lass dich von den Düften führen, stelle dir vor, wie alte Energien sich wandeln und Raum für neue Möglichkeiten entsteht. Folge deinem Gefühl, achte auf dich und deine Mitwesen, und genieße die Zeit, so wird das Räuchern zu einem Ritual der Freude, Klarheit und Verbundenheit für dich, deine Tiere und alle, die mit dir diesen Raum teilen.
Und ganz wichtig, mache dir keinen Stress damit, denn diese Zeiten der Rauhnächte sind ja gerade dazu da, um mehr ins Nichtstun zu kommen. Und die Empfehlungen "da draußen" gehen immer mehr dahin, zu: die Nacht hat die Bedeutung, dazu musst du das räuchern und dann das auch noch aufschreiben und so machen... Was mich persönlich dann schon wieder abschreckt. Ich erlebe und zelebriere die Rauhnächte sehr intuitiv und das ist auch meine Einladung an dich.







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