• Sonja Mulde

Tierkommunikation mit einer ehemaligen Tierheimkatze

Vor ein paar Tagen durfte ich mit einer Katze sprechen, die vor knapp 2 Monaten aus einem Tierheim geholt wurde und somit in ihr neues Zuhause einzog. Die Tierhalterin hatte mich gebeten mit der Katze zu kommunizieren, denn auch nach 2 Monaten versteckte sich die Katzendame zumeist immer noch unter dem Sofa und wollte einfach nicht wirklich vorkommen. Die Menschen machten sich Sorgen um die Katze und wünschten sich mithilfe der Tierkommunikation, mehr über sie zu erfahren und ihre Bedürfnisse kennen zu lernen.


In der Kommunikation erklärte mir die Katze unter anderem folgendes dazu und holte aus:

Als sie geboren wurde war sie bereits schon unerwünscht. Die Menschen wollten auf keinen Fall Katzennachwuchs haben und der Wurf samt Mutter, bekam dies auch deutlich zu spüren.

"Das ist nicht dein Zuhause, hier ist der Ort, an dem du leider geboren wurdest", sagten die Menschen zu ihr und den anderen Tieren. Die Katzenjungen wurden etwas später ausgesetzt und die Menschen überließen sie ihrem Schicksal. Schon so früh, also schon im Mutterleib spürte die Katze, ich bin nicht erwünscht und nicht willkommen. Es ging für sie von Anfang an um das reine Überleben, körperlich wie mental. Doch die Katze WOLLTE leben. Sie streunte einige Zeit durch die Gegend, kehrte jedoch nie an ihren Geburtsort zurück und sah auch ihre Katzenmutter nicht wieder. Die Geschwister zerstreuten sich in alle Richtungen, zu mindestens die, die das Aussetzten überlebt hatten…


Einige Zeit später wurde sie eingefangen und in ein Tierheim gebracht, wo sie als schüchtern und zurückhaltend eingestuft wurde. Pünktlich jeden Morgen ging das Licht im Tierheim an und die Mitarbeiter versorgten die Tiere unverbindlich, dennoch freundlich und zügig. Die Katze lernte also schnell, nur wenn die Käfig Tür zu ihrem Bereich aufging, musste sie auf der Hut sein. Die Menschen könnten ja auch etwas anderes von ihr wollen, als nur das Futter hinzustellen. Sie verinnerlichte, hier bin ich sicher, dass ist mein Ort, der von allen Seiten zu ist, hier drin kann mir solange nichts passieren, bis jemand etwas von mir möchte und derjenige muss durch diese Tür kommen, die ich immer im Auge behalte. Ich bin wachsam, dass kann ich aushalten. Und die Katze entspannte sich somit nach & nach und sah "ihr Gefängnis" als den aller heiligsten Platz der Welt. Es griff sie keiner an, es wollte auch niemand etwas von ihr (außer zu Beginn, bei der tierärtztlichen Untersuchung) und sie wohnte ganz alleine. Keine Kämpfe, kein Streit. Es wollte sie niemand streicheln und es gab ihr auch niemand das Gefühl, nichts wert zu sein, sondern sie hatte im Tierheim irgendeine Daseinsberechtigung, ein Gefühl von „sie ist halt da“, damit konnten diese Menschen anscheinend Leben und setzten sie nicht aus. Damit lebte sie wiederum ganz gut, ja fast schon glücklich und über ein Jahr lang im Tierheim. Es kam und gingen immer wieder Menschen an ihrem Käfig vorbei, doch die Katze ging nie zur Tür um sich ihnen zu zeigen, im Gegenteil, sie rollte sich auf dem Handtuch ein und machte sich klein. Sie wollte nicht gesehen werden, sie wollte keinen Kontakt, sie wollte, dass die Tür zu blieb, die Menschen weitergingen und sie wieder „in absoluter Sicherheit“ war…


Dann kamen Menschen die der Katzendame ein Zuhause schenken wollten und interpretierten aus ihrem zurückhaltenden Verhalten, dass die Katze ja recht ruhig und unaufdringlich zu sein scheint. Genau das, was sie suchten. So kam es, dass sie einige Tage später aus ihrem Käfig geholt, in eine Box gesetzt und in das neue Zuhause gebracht wurde…

Das alles ließ sie mich sehen, fühlen, erleben und berichtete es mir mit einer Engelsgeduld, damit ich es auch ja richtig verstehen und weitergeben kann. Im neuen Zuhause angekommen ging es für die Katze folgendermaßen weiter, was ich ebenfalls teilen darf.


Katze:„ Das Haus in dem ich jetzt lebe ist sooo riesig groß, es macht mir noch Angst. Von keiner Seite bin ich wirklich geschützt, ich drücke mich an die Wand unterm Sofa und es sind immer noch 3 Seiten offen, wo jemand kommen könnte, um etwas von mir zu wollen. Die " Käfig Tür" ist weg, ich fühle mich angreifbar und mein sicherer Ort ist mir einfach genommen worden. Der Käfig war mein Zuhause und ist jetzt einfach futsch. Es mag zwar komisch klingen, doch habe ich es sehr geschätzt, dass ich nur auf der Hut sein musste, wenn meine Käfig Tür aufging, sonst war ich immer in Sicherheit. (Das ist mitunter ein Grund, warum manche Tierheim-/Tiere sogar Boxen o.ä. gerne mögen, wegen dem Gefühl der Sicherheit). Hier im Haus kann ich mich nicht richtig frei bewegen und wenn, dann nur in der Nacht. Da schlafen die Menschen und der Hund. Sie haben einen Hund! Der jagt mich zwar nicht, doch macht er mir Angst, weil er so schnell da und so schnell auch wieder weg ist. Die Schnauze bekommt er gerade noch unter das Sofa und ich weiß nicht, was der von mir möchte. Ich verstehe ihn einfach nicht und kannte vorher auch keine Hunde, ich habe also auch keine, nicht Mal schlechte Erfahrungen, mit ihnen gemacht. Ich bin verloren zu allen Seiten"...


"Das Haus war vor mir schon tierisch besetzt. Alles ganz schön viel auf einmal, ganz schön viele Veränderungen die ich nicht mal selbst bestimmt habe. Aber die Menschen meinen es gut mit mir.

Ich freue mich schon etwas darüber, dass die Menschen mir mehr Aufmerksamkeit schenken und mich immer ansprechen, sollte ich mich doch einmal kurz vorwagen um vom Sofa, auf den Schrank zu kommen. So viel Aufmerksamkeit kann ich aber derzeit noch nicht gut ertragen, der Fokus ist viel zu sehr auf mich gerichtet. Ich kann spüren, dass sie gehofft haben, ich würde zwar eine ruhige, aber sichtbare Katze sein. Ich weiß, sie sind auf irgendeine leise Weise enttäuscht von mir. Denn ich bin nicht ruhig, ich bin total verängstigt. Ich bin nicht sichtbar, ich suche permanent Schutz. Gute Erfahrungen mit Menschen hatte ich keine, ich habe quasi gar keine Erfahrungen mit Menschen und das macht es so schwer für mich. Und mit freilaufenden Hunden in ein und demselben Raum zu sein, zu LEBEN, nun das ist ist mehr als neu"...


"Etwas was ich über mich weiß ist, ich möchte das lernen. Ich möchte neue und überhaupt Erfahrungen machen, nur eben in meinem „mutigen Zeitfenster“. Wenn der Hund mit den Menschen das Haus verlässt, setzte ich mich bereits an ein Fenster und schaue nach draußen. Das ist schön. Ich gehe in Ruhe auf Toilette und trinke etwas, das ist auch schön. Gerade versuche ich mir einen neuen, sicheren Platz zu schaffen in dem Zimmer wo das Kind wohnt, auf dem Rattan Sessel. Aber das wissen sie nicht. Könntest du ihnen bitte sagen das ich dabei bin, mich zu zeigen? Dass ich mir selbst wünsche, nicht für immer unsichtbar zu bleiben?! Und könntest du ihnen sagen, dass ich mir meine Zeit dafür selbst einteile? Und sage ihnen bitte auch, dass sie es nicht persönlich nehmen sollen und wenn, dann nur der Hund! ;-) Dass sie etwas an die Seiten des Sofas anbringen könnten, damit ich mehr Sicherheit vor der Hundeschnauze habe? Das wäre schön. Denn ich mag die neuen Menschen mittlerweile. Ich möchte nicht mehr zurück ins Tierheim. Am Anfang wollte ich das unbedingt, jetzt nicht mehr. Ich spüre, dass sie alles gut mit mir meinen. Ihre Energien sind liebevoll gestimmt. Sie sind freundlich zu mir und ich fühle ihr gutes Herz. Ich möchte mutiger werden, für mich, für sie"...


"Immerhin, jetzt sitze ich schon seelenruhig nach 2 Monaten am Fenster und in dem Sessel des Kindes. Das fühlt sich richtig gut an. Für MICH sind das schon so große Schritte ins Sichtbare. Für die Menschen sind es wohl zu wenig Zeichen, zu kleine Schritte oder es dauert ihnen wohl zu lange. Vielleicht kannst du ihnen noch sagen, bitte habt mehr Geduld mit mir. Ihr seid die ersten Menschen, die ich näher kennen lernen möchte. Und sage dem Hund bitte, ich mag auch ihn, irgendwie, von weitem, es fühlt sich mit ihm hier auf jeden Fall viel tierischer an. Ich traue ihm noch nicht über den Weg, aber ich bin auch noch nicht fertig mit beobachten und lernen.

Und sage allen auch, DANKE“...



Das ist das Wundervolle an Tiergesprächen, alle Beteiligten haben die Möglichkeit an solchen Gesprächen zu wachsen, sich zu öffnen und sich verständlicher aufeinander einzulassen. Mithilfe von weiteren Experten wie z.B. Tierheilpraktikern, Ärzten, Heilern etc. kann bei Bedarf eine weiter begleitende Unterstützung mit an die Hand gegeben werden.

Diese Kommunikation zeigt so deutlich auf, wie viel wir Menschen in Tiere fälschlicherweise hinein interpretieren können, auch wenn es alles gut gemeint ist. Die Individualität jedes Wesens und der bereits gemachten Erfahrungen sind das Ergebnis, wie wir und auch Tiere agieren & reagieren, kommunizieren, zu was wir bereit sind, fähig sind und wo wir unsere Grenzen spüren. Wo wir vielleicht mehr Zeit brauchen, wo wir noch mehr Licht hinbringen und unsere Liebe an uns & an andere geben und annehmen können. Wir können Erfahrungen heilen und uns auf Neues einlassen, mehr Verständnis schaffen, für ein individuelles und lichtvolles Leben.


Im Nachgespräch mit der dazugehörigen Tierhalterin bemerkte sie selber, "wer hat das eigentlich mal „festgelegt“, dass Katzen gestreichelt werden wollen und auf dem Schoß liegen müssen"… Das ist reinster Menschen Egoismus und auch die Erwartungshaltung wie in ihrem persönlichen Fall, dass Tierheimtiere „sofort“ ankommen müssen, nur weil man ihnen ein Zuhause, Essen, Trinken, Aufmerksam und co. schenkt. Ich fragte Sie was Sie tun würde, wenn die Katzendame niemals eine Schmusekatze wird, wenn sie einfach da ist und "nur" sichtbarer durch das Haus gehen würde und damit selbst nicht unglücklich wäre? Da sagte die Frau, wenn es ihr damit einfach gut ginge, wäre sie auch glücklich, weil sie ihre Katze und ihre gemachten Erlebnisse jetzt besser verstehen könne. Sie würde die Katze so lassen wie sie ist und Sie würde sie behalten und nicht fortgeben. Sie sagte weiter, dass Ihre Gedankengänge und Ihr Weltbild über Katzen zwar gerade über Bord geworfen werden, denn sie habe ja auch schon einige Katzen gehabt, aber, doch, sie wäre glücklich, weil die Katze es auch wäre. Das war überhaupt ihr größter Wunsch als sie die Katze aus dem Tierheim geholt hatte. Sie solle es gut haben. Jedoch war die Definition von "gut" bis dato nur einseitig betrachtet worden. "Ich weiß gar nicht, warum ich es so eilig hatte. Ich gebe ihr nun alle Zeit der Welt und ich liebe sie jetzt schon, so wie sie ist, sagte die Frau". Und während wir noch telefonierten und dem Gesprächsende näher kamen, sah die Frau, wie die Katze unter dem Sofa vor kam und mutig & langsam Richtung Schrank ging. Einfach so.

Sie möchten mehr erfahren wie Tierkommunikation "funktioniert"?

Mehr Informationen auf www.dein-tiergespraech.de und FAQ.



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