• Sonja Mulde

Tier hat Angst vor dem Tierarzt

Gerade heute habe ich wieder ein langes Gespräch mit einer Hundehalterin geführt, die mir folgendes berichtete. Ihre Hündin Kiwi weiß, wenn es zum Tierarzt geht. "Kiwi kennt den Weg". Erstaunlich und wiederum auch nicht, mein damaliger Hund Nappi wusste das auch. Durch jahrelang geführte Gespräche mit anderen Tierhaltern und den von mir geführten Tiergesprächen, komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, Tiere wissen wirklich wann es zum Tierarzt geht! Der Unterschied ist meist nur, WIE sie darauf reagieren. Dem einen macht es vielleicht gar nichts aus, ein anderer fängt schon im Auto an zu zittern. Oder, man denkt nur daran die Transportbox aus der Abstellkammer für die Katze zu holen und schon ist sie für Stunden verschwunden. Spätestens beim Einparken vor der Tierarztpraxis geht bei vielen Tieren das "große bammeln" los. Um das zu wissen, müsste man davon ausgehen, dass Tiere sich unter anderem einen Weg merken können oder ein Gespür dafür haben, dass der Weg nicht zum Gassi fahren in den Wald führt. Dass bedeutet das sie sehr wohl denkende und fühlende Wesen sind und das ihr Denkvermögen viel komplexer ist, als ihnen oft zugestanden wird. "Tiere hören mit". Wenn ein Mensch im Beisein seines Tieres beim Tierarzt anruft, dann über das Tier und seine Probleme/Sorgen spricht.

Es weiß es auch, selbst wenn es nicht anwesend ist, denn es liest auf eine telepathische Art, die Gedanken des dazugehörigen Menschen. Und hinzukommt auch, dass Tierhalter die Tonlage verändern, den Körpergeruch, die Körperhaltung, das evtl. eigene Gefühlschaos im Menschen kann ansteigen, dass alles und noch viel mehr kommt hinzu. Selbst wenn Tiere "nicht mithören würden", dann wüssten sie es anhand an all den anderen, genannten Punkten. Wir können versuchen zu sagen: Wird schon nicht so schlimm werden, aber spricht unsere Körpersprache, unsere Tonalität, unser Puls, unser Schweiß, unser Gang, unser intensives knuddeln mit dem Tier... dieselbe Sprache?!

Wenn wir schon allein unbewusst den Gedanken vorausschicken mit, "oh nein, wieder zum Tierarzt, er/sie findet es doch so schlimm jedes Mal", dann können sich Tiere in ihrer Angst auch oft nur bestätigt fühlen. Wir senden permanent Botschaften aus und Tiere können sie auf verschiedenen Ebenen verstehen & entschlüsseln. Sie wissen uns zu lesen, uns zu fühlen. Wir können ihnen nichts vormachen, sie kennen uns besser, als wir vermuten. Doch Aussagen wie, bei meinem Tier kann ich sein, wie ich wirklich bin oder es versteht mich auch ohne Worte, sind keine Floskel.

Tiere verstehen uns.

 

Wir Menschen bewerten viel, ob wir wollen oder nicht, und wir bewerten auch gern für andere gleich mit. Und noch viel lieber steigen wir in "Gerede" wie: Ja das ist furchtbar, schlimm schlimm, der arme Hund Balu... mit ein. Neutral zu bleiben und erstmal zu zuhören, fällt vielen schwer. Wir sind schnell dabei mit gut gemeinten Ratschlägen oder erzählen unsere eigene Story, was unser Tier alles schon hatte und womit es behandelt wurde. Wir empfehlen Ärzte und Heiler, Futter und Medikamente etc. und sind in einem regen Austausch, wo das Tier ggf. die ganze Zeit mit anwesend ist. Dagegen spricht auch überhaupt nichts. Ich stelle mir das manchmal nur so merkwürdig vor, nehmen wir mal statt einem Tier- ein Kind. Wir reden über das Kind (Kind steht daneben) mit anderen, zum Teil fremden über sein Aussehen, seinen Zustand, seine Lebenserwartung und mehr, anstatt MIT dem Kind zu sprechen.

Ein Kind beim Kinderarzt reagiert meistens auch nicht fröhlich, denn es gibt einen Grund warum es dorthin muss. Den allermeisten Menschen ergeht es doch so, auf einen Arztbesuch reagieren wir in irgendeiner Art & Weise, "laut oder leise". Mit dem Körper und mit Gedanken.

Zurück zum Tier.

Entscheidend dafür, wie Tiere auf einen Arztbesuch reagieren ist allerdings auch ihre Erfahrung. Sind sie jemals daran gewöhnt worden, haben sie bereits schlechte Erfahrungen gemacht, ist es ihnen einfach so, sehr unheimlich und so weiter. Die möglichen Gründe für eine Angst vor dem Tierarzt, können sehr vielfältig sein. Und manchmal reicht leider auch nur, eine ganz für uns unscheinbare Situation aus, um eine Angst beim Tier auszulösen. Der meist unverkennbare Geruch in den Praxen nach "Tierarzt, Krankheit und Desinfektion" können Tiere Meter weit voraus riechen. Dass ist mitunter ein Grund, warum das Zittern zum Beispiel im Auto paar Straßen vor der Praxis beginnt, gepaart mit den gesendeten Gedanken vom Menschen, wir sind gleich da!


Es sind also viele Punkte, die einem Tier Stress bereiten können. Hinzu kommt, dass es an uns Menschen meist auch nicht spurlos vorbeigeht. Da ist nämlich noch unsere eigene Angst um unser Tier und unsere unbewusste/bewusste Handlungen/ Aussagen.

Ich stelle hier 3 Punkte vor, die wir uns als Tierhalter bewusst/er machen können. Es geht nicht um einen Trainingsansatz oder um Erziehungstipps. Aus zahlreichen Tiergesprächen habe ich pauschal folgendes zusammengefasst, was Tiere sich von ihren Menschen wünschen bzw. was behilflich sein kann.


3 Punkte, die man sich bewusst/er machen kann:


1. Überprüfen Sie Ihre Gedanken. Was senden sie bewusst oder unbewusst aus. Sind es Gedanken zu: ach je, der/die Arme, er/sie hasst es doch so... Hoffentlich ist es nicht Schlimmes. Und wenn doch, dann folgen viele weitere Tierarztbesuche und das wird ganz furchtbar werden etc.


(Gibt es noch keine fertige Diagnose, wird aber häufig sehr schnell "schwarz gemalt". Negative Haltung, füttert negative Gedankenzüge und negative Zukunftsaussichten.)


> Vorschlag, solange wir nicht wissen, was ihm/ihr fehlt, nicht in Panik & Schwarzmalerei verfallen und positive Gedanken halten/aussenden. IST Zustand annehmen, wie er ist und wie er eben auch nicht ist. Bei den aktuellen Fakten bleiben.


 

2. Wie reden Sie im Beisein der Tiere, über das Tier und seine Krankheiten.

Wenn ein Nachbar fragt, wie es dem z.B. Hund geht, was sagen Sie? Ihm geht´s sehr schlecht, er sieht auch wirklich schlimm aus, hat vielleicht nicht mehr lange etc.


(das "herunterreden" anhand von Aussehen, reden über die Lebensdauer und anderen Außeneindrücken. Dem Tier kann es innen drin ganz anders ergehen und es nimmt die Schwingungen mit von: mir muss es ja sehr schlecht gehen, auf.


> Vorschlag, es geht ihm/ihr nicht gut und wir müssen klären, was los ist. Ich kümmere mich. Ich hoffe, wir haben noch viel Zeit zusammen. Danke der Nachfrage.


 

3. Beim Autofahren zur Tierarztpraxis im Selbstgespräch, reden. Zum Beispiel: Prima Balu, gleich sind wir da, du musst nur durchhalten, du brauchst überhaupt nicht zu zittern und zu jaulen. Wir sind gleich da beim Doc und dann gibt es einen Piks und alles ist vorbei, also reiß dich jetzt Mal zusammen etc.


(Balu denkt vielleicht, doch, ich muss aber jaulen und zittern, weil ich gerade nicht anders weiß, wohin mit mir & meiner Angst. Was, ein Piks???)


> Vorschlag, ich verstehe dich, ich bin bei dir. Wir gucken gemeinsam, wie weit es gehen wird und was passiert.




Und bitte, ergänzen Sie selbst weiter, zu Ihrer Situation (an)passend, positive Aussagen. Dies gilt als Impuls und Sie können immer weiter mit Ihrem Tier wachsen und das Miteinander stärken, wenn die Bereitschaft dafür da ist.

Wir dürfen uns bewusst/er machen, das Worte und Schwingungen eine große Wirkung auf uns, auf unser Umfeld und auch, auf unsere Tiere haben. Was wir aussenden, wird empfangen von unserem Gegenüber > Mensch UND Tier.

Dass heißt nicht, dass Tiere ab dann keine Angst mehr vor einen Tierarztbesuch mehr haben, doch werden wir in solchen Situationen aktiv und stehen unterstützend MIT WORT und Tat zur Seite. In der Pferdeszene ist es häufig der Fall, dass Tiere den Tierarzt kommen sehen und wenn sie können, in die letzte Ecke der Koppel verschwinden. Auch hier empfiehlt es sich, sich seinen Gedanken und seinen Aussagen bewusst/er zu machen und ggf. aus dem Blickwinkel der Pferde zu sehen. Verständigung und Verständnis sind zwei wichtige Bausteine in einer Tier- Mensch Beziehung. Senden und Empfangen.



Von Herzen

Sonja



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