• Sonja Mulde

Spirituelle Erschöpfung

Selten wird so viel und öffentlich über die eigene Spiritualität geteilt wird wie heute und man erhält zunehmend positive Resonanz, für sein Tun & Teilen. Immer mehr Menschen trauen sich ihr Angebot und ihr Wirken vorzustellen und sich sichtbar zu machen. Immer mehr Menschen schreiben über ihren Weg, ihre Erfahrungen, ihre Entwicklung, über ihre tiefsten Täler und Höhen.

Es ist eine Zeit des Teilens. Persönliche Geschichten und über das eigene Herz-Business zu schreiben, berührt andere und lässt auch ein großes Angebot an Möglichkeiten wachsen.


Auch wenn die Welt drum rum so scheint es, sich mehr und mehr entfremdet und zerstört, so ist in den Menschen und deren Zeilen, Wachstum und Nähe zu finden. Das macht Hoffnung. In vielen Gesprächen mit Menschen und ihren Tieren, hört man neben all den wachsenden Geschichten aber einen Punkt zwischen den Zeilen, leise raus. Die Menschen und gerade auch Frauen sind erschöpft vom teilen und vergleichen. Nicht alle, ich möchte es nicht pauschalisieren. Doch der Wunsch nach> sich endlich zeigen zu wollen, sein Angebot zu präsentieren, sich mit anderen zu vergleichen, macht zumeist an einem Punkt auch Mal müde. Meist dann, wenn man zu viel teilt, als bei sich zu bleiben. Wenn man permanent über seine Grenzen geht, wenn man alles für andere gibt und sich selbst dabei vergisst. Das Sprichwort; ich kann mich ja nicht zer-teilen oder, ich hab auch nur 2 Arme… kommt nicht von ungefähr. Unser Körper sendet uns auf seine Weise kleine und große Botschaften bei all dem Wachstum, den Erkenntnissen und erinnert uns an Pausen, verweilen und an eine gesunde Balance. Auch das selbst Gelernte und Erfahrene mal sacken und wirken zu lassen, damit es ganz und gar ankommen kann. Sonst kann es sich so anfühlen, als würde man sich verzetteln und nicht mehr hinterher kommen.

Gerade hat man zum Beispiel etwas über Tiere gelernt, so möchte man danach am Liebsten etwas über Kräuter erfahren, Tierheilung, Öle, Energien... und die Leiter wird immer höher und voller. Kurs für Kurs, Wissen für Wissen, Stufe für Stufe. Das fühlt sich auch richtig gut an, wie ein angekommen und man bekommt vielleicht zudem, noch einen ganz anderen Blick auf die Welt. Und stellt dann möglicherweise fest, dass man einiges, wie man etwas bisher gemacht hat in Frage stellen muss, weil es sich nicht mehr stimmig anfühlt. Das Weltbild kann Kopf stehen, neue Türen sich öffnen und in uns und im Außen, finden laute oder leise Veränderungen statt.

Vielleicht entsteht daraus ein neuer Freundeskreis, der ähnlich mitschwingt. Vielleicht verändert man seinen Beruf, sein Zuhause, sein Äußeres, seine Gedanken, seine Handlungen, neue Interessen ziehen ein und vieles mehr kann sich in Gang setzten. Spiritualität bedeutet daher vielleicht unter anderem > in Bewegung sein. In welche Richtung auch immer.


Und bei all der Bewegung auf allen Ebenen, spüren wir, dass eine feste Basis/ starke Wurzeln, uns Halt geben. Bodenhaftung. Denn nicht alles sind reine "Licht-und Liebe Erfahrungen", die wir machen und kennen lernen. In manchen Kreisen ist man vielleicht nicht spirituell genug, noch nicht weit genug und eigene Prozesse die sich aufzeigen, möchten ebenfalls ihren Raum.

Wenn dann noch die Bewertung anderer einen in null Komma nichts treffen, stellt man vielleicht vieles oder alles in Frage, weil die große Öffentlichkeit anonym mitwirken und beeinflussen kann. Hat man sein eigenes Angebot endlich "in die Welt geboren", so können Kommentare die uns triggern oder gar kritisieren, viel schneller ans Eingemachte gehen, als 20 gute Feedbacks. Wir wollen gefallen und es ist ein eigener, tiefer Prozess weder allen gefallen zu wollen/zu müssen, noch sich zu vergleichen. Hinzu kommt noch sich dabei komplett zu verausgaben und dabei zufrieden sein zu wollen, wo man gerade steht und was man schon erreicht hat, weil man es ja woanders liest, dass es so sein sollte. Befragt man 10 verschiedene Leute über Thema x, wird man 10 verschiedenen Meinungen zurückerhalten, die einen beeinflussen können, zum Nachdenken bringen, abbringen oder auch etwas voran bringen.


Alles hat seinen eigenen Kreislauf und auch eine gewisse Dynamik, die damit verbunden ist mit: Wie fühle ich mich an dem Tag/in dem Zeitraum, wo mir alles zu viel wird.

Wo alle anderen besser sind, wo mir nichts richtig gelingen will, wo man lieber wieder "un-sichtbar" sein möchte und so weiter...

Es geht um unseren aktuellen Gefühlszustand. Sind wir voller Kraft, ausgeschlafen, haben genügend getrunken etc. können uns Aussagen anderer viel weniger Anhaben als an Tagen, wo wir nur mit 40 % Kraft in den Tag starten. Unsere Gefühlslage, unsere Hormone und so viel mehr hängt damit zusammen wie Botschaften, Nachrichten und Weiteres auf uns wirkt. Es gibt Tage, da strauchelt vieles im Kopf, was Tage zuvor sich ganz klar zeigte und sich auch richtig gut anfühlte. Wenn einem solche Tage bei sich auffallen, kann man sich die Frage stellen, was genau ist mir gerade zu viel oder womit bin ich überfordert und sich seiner Gefühlslage bewusst werden, aus der ganz entscheidend ist, WIE etwas bei uns ankommt. Und dann können wir wieder gnädiger und sanfter mit uns selbst werden, weil klar ist, die Welt, die Nachricht, das Feedback… ist nicht perse gegen uns. Und wer oder was uns ärgert und was uns beschäftigt, bestimmen immer noch wir selbst. Ganz konkret, werde dir deiner momentanen Gefühlslage bewusst.


In der spirituellen Szene wird wie zu Beginn schon geschrieben, viel geteilt & angeboten und vielleicht kommt man selbst an den Punkt, wo man davon auch erschöpft ist. Alles zu lesen, zurück zu schreiben, Angebote wahrzunehmen, selbst etwas teilen zu müssen, mitzuhalten...

Hat man gerade etwas Grandioses in sich selbst bewirkt oder verändert und ist einen „Schritt weiter“ auf seinem Weg, so stellt man vielleicht auch fest, dass es ja noch so viele Schritte zu gehen gibt. Vorstellungen über „Die Erleuchtung“ zu erreichen und bei allem was man tut, „man muss sich nur erinnern, wer man wirklich ist“, schwingt entweder mit uns in Resonanz oder vielleicht auch nicht. Aussagen wie, spirituell sein bedeutet > keine verpackten Lebensmittel zu kaufen, am besten gleich so viel wie möglich selbst anbauen, keine Pferde mehr zu reiten, nur Wasser zu trinken, weiß zu tragen, mindestens 3 Rituale am Tag, Seminar nach Seminar zu buchen, Barfuß zu gehen, Yoga machen- aber richtig und was nicht noch alles. Man wird schon fast regelrecht überrollt mit allen to do´s- Möglichkeiten um ja bei sich zu bleiben oder überhaupt, zu sich zu kommen. Vielleicht können wir es mal so betrachten, dass jeder Spaziergang mit dem Hund, jedes sitzen am Tisch und in Ruhe essen, die Betrachtung der Wolkenbewegungen genauso dazu beitragen kann bei sich zu bleiben, wie all die Angebote dazu. Vielleicht bedeutet Spiritualität auch nicht etwas tun zu müssen um xy zu erreichen, zu werden... sondern zu sein.

Mit sich, der Natur, mit der Natur in sich zu sein.

Es gibt kein Zertifikat für "Spiritualität erfolgreich abgeschlossen".


Es ist wie in allem, wie wir darüber denken, macht unsere Sichtweise und unser Handeln aus. Es kann ganz einfach den Stress oder die Überforderung rausnehmen, all das meinen machen zu müssen, um spirituell zu leben oder zu wirken. Denn auch das, ist absolute Betrachtungsweise, was bedeutet es für uns, spirituell zu sein und wie mögen wir dies (aus)-leben.


Die Fragen die man sich also stellen könnte wären:


· was bedeutet es überhaupt für mich, spirituell zu sein/zu leben?

· Wer gibt mir das WIE vor?

· Wovon wünsche ich mir mehr, was möchte mehr gelebt werden?

· Wo fängt es an, sich schwer anzufühlen?


Je tiefer Persönlichkeitsprozesse sich entwickeln, umso mehr wird vieles in Frage gestellt. In der Tierwelt, in eigenen Handlungen und ganz global betrachtet. Je mehr man teilt, so spürt man, dass viele auf „derselben Welle schwingen“ und man findet im Netzt unglaublich viel Anklang „in seinem Bereich“. Und genauso viel liest man über Geschichten und Handlungen anderer, die weiter gehen, die tiefer gehen und es kann einen Wunsch in uns auslösen, auch solche Wege zu gehen. Sie zu probieren und eigene Erfahrungen zu machen. Wir werden ständig inspiriert und kommen mit der eigenen Umsetzung nicht so schnell voran, wie es wir uns wünschten. Da sind die Kinder, der normale Job, der Haushalt, die pflegebedürftigen Eltern, der Garten… Man liest von, "der Prioritätenliste, ans Universum abgeben" und so weiter und sieht ja auch bei vielen anderen, dass es klappt. Und da ist er wieder der Vergleich, der uns runter ziehen kann, wenn wir nicht bei uns sind. Wenn unsere Gefühlslage eher einen Regentag-/Zeit hat, als Sonnenschein satt. Einen Tag später könnte uns das Angebot von anderen eher wieder motivieren, dass wir uns trauen, weiter an unseren eigenen Projekten zu arbeiten auch mit Kind, Haushalt etc. und vor allem, in unserem ganz reellen Tempo als Mutter und co.


An „guten Tagen“ mag es uns vielleicht gelingen es mal so zu betrachten, Regen ist doch auch zu etwas gut, er wäscht den Tag. Spirituell gesehen oder nicht. Regen wässert die Erde, dass braucht es genauso für Wachstum- wie Sonne.

Schaut man nach rechts und links, guckt einen der Partner vielleicht so manches Mal mit fragenden Augen an, weil er nicht mehr so richtig mitbekommen hat, auf welchem Ozean wir gerade surfen. Von welcher Welle wir uns tragen und inspirieren lassen. Die spirituelle Erschöpfung kann sich auch beim Partner bemerkbar machen, entweder in eigenen Prozessen oder dann, wenn wir ohne ihn schwimmen gefahren sind und vergessen haben, ihn an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Es ist für das direkte Umfeld nicht immer nachvollziehbar, wenn sich „durchgestandene“ Prozesse sichtbar machen und man sein Verhalten zum Beispiel, danach anpasst. Man vielleicht klarer in seinen Bedürfnissen ist, plötzlich NEIN sagt und nach einem Seminarwochenende nur noch auf Wasser mit Kristallen besteht ;-)

So gesehen, macht eine spirituelle Reise immer etwas mit uns, unseren Gedanken und das bezogen auf jeden Lebensbereich. Auch auf unsere Familiensituation und unsern Lebensstil kann es einen Einfluss haben. In wie weit wir etwas Neues einladen und vielleicht verändern mögen, anders gestalten wollen, liegt ganz in uns selbst. Und die Verantwortung dies im Miteinander-Gesprächen zu äußern, um anderen eine Chance zu geben, an unserer Reise auf welche Art auch immer, beteiligt zu sein/zu bleiben.


In der Tier-Szene erlebe ich es häufig, wie unterschiedlich die Gedanken alleine zum Thema Pferde und Reiten sind. Ich mag völlig über-pauschalisiert 3 Beispiele nennen, die nur als Idee, hier ihren Auftritt finden, da es gerade bei mir Zuhause ein Thema war.

Pferde reiten ja oder nein. Geht das aus spiritueller Sicht überhaupt noch oder nicht, oder gibt es einen Mittelweg? Wenn ich reite, ist das dann schlimm?...


Zusammengefasst:


Die erste Gruppe sind Pferdemenschen, die liebend gern reiten. Auf Turniere fahren, ihr Pferd als Freund UND als Reitpferd/Sportpferd in ihrem Leben haben. Box sowie in der Offenstallhaltung in Betracht ziehen etc… Pferd und Reiten, dass gehört einfach zusammen, dafür ist es ja da.


Die zweite Gruppe, die irgendwie dazwischen steht. Sie lieben es zu reiten, sind (in der spirituellen Szene), im Laufe der Zeit einfach, immer wieder damit in Berührung gekommen, Tiere zu lieben, aber „ihre Nutzbarkeit“ nicht auszunutzen, sondern sich auf Augenhöhe mit ihnen einzulassen. Reiten ist okay, wenn dein Pferd, dein Freund ist. Bodenarbeit ist besser als Reiten etc. Man ist unsicher, was ist noch okay und was nicht mehr, je tiefer man einsteigt.


Die dritte Gruppe verwirft den Gedanken ans Reiten komplett, weil es in ihren Augen nicht okay ist, auf dem Rücken seines Freunds zu sitzen. Der Mensch „oben auf, das Pferd wieder untergestellt“. Ob man das Pferd nun gefragt hat oder nicht, Reiten ist aus diesen Augen betrachtet, einfach nicht mehr pro Tier oder ähnliches etc.



ALLES pauschalisiert und vielleicht bisschen „drüber“ beschrieben, aber grob so zusammengefasst aber bitte! Selbstverständlich sind alle Tier-Mensch Paare einzeln zu betrachten und ich bewerte hier in keinster Weise in: das ist gut und richtig und das nicht. Es ist Zuhause ein Gesprächsthema und diese Gedankengänge, mag ich hier einfach teilen.


Ob wir nun Pferde reiten mögen oder es auf gar keinen Fall mehr in Frage kommt, entspringt unserer inneren Überzeugung, die nun mal Stand jetzt, bedeutet. Denn das ist doch auch das Wundervolle, auf Reise zu sein bedeutet, dass noch viele Erfahrungen auf uns warten, wenn wir sie willkommen heißen und nichts als „DIE EINE WAHRHEIT UND DEN EINEN WEG“ abtun. Richtig und falsch gibt es in der spirituellen Szene nicht, es gibt so gedacht, immer nur eine Erfahrung aus etwas heraus. Daher können wir vielleicht einfach durchatmen und gelassen bleiben. Unsere Gefühlswelt für den Moment wahrnehmen wie sie ist, aus der wir „tagesaktuell empfänglich handeln und fühlen.“ Uns weniger Druck machen und versuchen, mehr Gelassenheit einzuladen. Gedankengänge kommen und gehen zu lassen wie Wellen, Mal in die eine Richtung, Mal in die andere. So bleiben wir gedanklich wunderbar beweglich und mit den Füßen gut verwurzelt.

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